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Ursprünglich gehörte die Eiche zur Nöbdenitzer Pfarrei und stand in deren Pfarrgarten.

Bereits 1598 vermerkte der damalige Pfarrer im Kirchbuch. "Ein hohler Eichenbaum, stammet noch aus heidnischer Zeit". Er wird wohl noch aus dem finsteren Urwald (Miriquidi) südlich der Gaue Plisni und Geraha als letzter Baum übriggeblieben sein.[1][6]

In einem Gewittersturm im Jahr 1819 verlor der Baum seine Krone und mehrere starke Äste.

"Als im Julius ein Komet am Himmel stand und die Sonne große Hitze mitteilte, so dass manche junge Menschen krank starben, wie eine ledige Weibsperson aus Thonhausen, welche auf dem Wege nach Posterstein ihr junges Leben ausgeendigt, so entstand in der Nacht des 8. Juli des Jahres bei großer Hitze ein heftiges Gewitter mit gewaltigem Sturm, der nicht nur in dem Pfarrgarten, im Pfarrholze und in den herrschaftlichen Waldungen Verwüstungen hinterließ, sondern der auch der am Pfarrgebäude stehenden 'Alten Eiche' die Krone abbrach (wurde noch aus dem Heidentum herreichend und von den heidnischen Vorfahren honoriert). Da durch die aber hohl Gewordene Schaden zu befürchten war, wurde diese an den meistbietenden verkauft und deshalb vom Geheimen Rat von Thümmel in Besitz genommen" [2]

Manche erzählen aber auch, dass der damalige Pfarrer im Glauben die Eiche sei nach dem Abbruch der Krone nichts mehr Wert, sie als Brennholz an einen Bauern verkauft habe und Hans-Wilhelm Thümmel diese dann von dem Bauern abkaufte.

Hintergrund seines Wunsches sich in der 'Alten Eiche' begraben zu lassen, sollen Streitigkeiten mit seiner Ehefrau Charlotte von Rothkirch-Trach (Besitzerin der Rittergüter Nöbdenitz und Untschen) gewesen sein. Hans Wilheln von Thümmel legte in Altenburg einen wunderschönen Gartenpark an. In Nöbdenitz und Untschen entstanden ebenfalls Parkanlagen, die alle viel Geld kosteten. Dadurch kam es manchmal zu Auseinandersetzungen. Bei einem solchen Ehestreit soll ihm seine Frau gesagt haben, ihm gehöre in Nöbdenitz nicht einmal so viel Land, als er zu einer Grabstätte brauche. [1]

"1824 am 1. März starb in Altenburg der Geheimrat von Thümmel. Er wurde in der noch von ihm gekauften alten Pfarreiche auf Bewilligung der Herzoglichen Regierung in einer dazu ausgemauerten Gruft beigesetzt. Er wurde 80 Jahre alt und starb an Altersschwäche (geboren am 17. Februar 1744). Man sprach von dem Grab unter der Eiche. Der Eintrag im Kirchenbuch lautete: 'Gestorben den 1. März früh 1 Uhr'. Beigesetzt unter der von dem seligen Herrn Geheimrat erkauften Pfarreiche, auf Bewilligung der herzoglichen Regierung in einer dazu ausgemauerten Gruft, vermauert, wieder der Besorgnis einer gefährlichen Ausdünstung des toten Körpers mit einer Rede." [2]

Über die Abdeckung der Gruft wurde eine 30 cm starke Löschkalkschicht aufgebracht, „wegen der gefährlichen Ausdünstungen des Leichnams so nahe am Fahrweg“. Der Hohlraum im Inneren des Baumes war mit einer Bank ausgestattet und wurde als Andachtsort benutzt. Eine eiserne Gittertüre verschloss die Begräbnisstätte und ein Lattenzaun mit Sandsteinsäulen umfriedete den uralten Baumriesen. Man erzählte sich im Dorf lange Zeit seltsame Dinge, der Tote würde auf einem Stuhl eingemauert sitzen, ja, man zweifelte sogar an dem Toten in der Eiche. [1]

So begeisterte Ernst Bräunlich, langjähriger Lehrer an unserer Schule und heute noch im hohen Alter ein äußerst rühriger Heimatforscher, seine Schüler, endlich das Geheimnis des Baumes zu erkunden. Am 08. April 1959 entfernten sie den Mulm und die Erde, fanden die Kalkschicht und stießen rasch auf die drei Natursteinplatten. Als die restliche Erde entfernt war, zeigte sich ein Spalt. Mit einer Taschenlampe wurde das Innere der Gruft, ausgeleuchtet und sie erblickten die sterblichen Überreste, das Skelett des Ministers. Er liegt also noch friedlich ausgestreckt auf der „Moosbank“, dem Unterteil des Sarges, mit dem Kopf in südliche Richtung. Die gemauerte Gruft war mit Kalkputz ausgeworfen. Der Hohlraum im Stamm der Eiche, dessen Ritzen mit Moos ab­gedichtet wurden, war als eine Art Andachtsraum ausgestaltet. Auf einer Sitzbank aus einem hohlen Weidenstamm konnte man des Toten gedenken. Eine Holzkonsole mit einer defekten Vase und metallische Reste von Kranzschleifen belegten das genauso wie eine kleine vergitterte Öffnung zur Straße hin. [1][3][4]

Der Zugang zur Eiche wurde damals bis auf eine kleine Schlupföffnung vermauert und mit einer Eisengittertür verschlossen. Hiervon sind heute noch ein Felsblock und von der Befestigung der eisernen Gittertür eine senkrechte verrostete Eisenschiene vorhanden [5].

2007 wurde die bis dahin direkt an den Baum reichende Asphaltstraße verlegt und führt seit dem in einem Bogen um die Eiche herum. Zu diesem Zweck wurde das auf der gegenüberliegende Straßenseite befindliche Fachwerkhaus abgerissen. Zusätzlich entstanden mehrere Parkplätze für die Besucher der Eiche und des Friedhofes. Auf den dabei angelegten Grünflächen wurden bereits zwei Abkömmlinge der "Tausendjährigen" eingepflanzt.

2009 wurden vorallem aus Gründen der Verkehrssicherheit auf der Nord-Westlichen Stammseite zwei Stahlstützen und in Richtung Pfarrgarten eine Seilverspannung angebracht. Dies soll ein Umfallen der Eiche auf die vorbeiführende Straße verhindern.

(Quellen: [1] http://www.noebdenitz.de/dorfgeschichte/daten/eiche.htm abgerufen am 08.06.2014
[2] Chronik von Nöbdenitz, 1. Teil von 1143 bis 1897, Marlis Geidner-Girod
[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Grabeiche abgerufen am 08.06.2014
[4] http://www.noebdenitz.de/dorfgeschichte/daten/grab.htm abgerufen am 08.06.2014
[5] http://www.arboristik.de/noebdenitz.htm abgerufen am 20.05.2014
[6] Museum Burg Posterstein // Blog abgerufen am 18.06.2014 )